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Blade Runner - heute ist die Zukunft

Aus Newscontex

Die Handlung des Filmklassikers Blade Runner aus dem Jahr 1982 spielt in der heutigen Zeit, nämlich im November 2019. Welche Parallelen zur heutigen Welt lassen sich im Film entdecken?

Blade Runner spielt in Los Angeles im November 2019. Eine düstere, technokrate Magapolis, gepickt mit Steampunk-Elementen. So sahen die Macher mit Hauch künstlerischer Freiheit die Zukunft in 37 Jahren. Natürlich sind die Frisuren und die Kleidungselemente unverkennbar aus den Achtzigerjahren. Und es wird unentwegt gequalmt.

Es zeigt sich, wie einfallslos die SF-Autoren waren. Trotz des immerwährenden technischen Fortschritts – oder gerade deshalb – ist niemand in der Lage, die Zukunft selbst einige Jahrzehnte im Vorhaus vorherzusagen. In SF-Filmen verfolgen uns blutrünstige, außer Kontrolle geratene Cyborgs oder Roboter. Unsere KI hingegen steckt noch in Kinderschuhen. Mit Siri und Alexa kann man noch nicht mal eine Konversation auf dem Niveau eines Kleinkindes führen, geschweige denn dass Siri im stählernen weiblichen Torso herumläuft und gegen ihre biologischen Erschaffer rebelliert.

Im „Das fünfte Element“ raucht Bruce Willis immer noch eine Zigarette mit Tabak, auch wenn in dem Film Filter und Tabak vertauscht zu sein scheinen. Im Jahr 1997 konnte den Drehbuchautoren nicht mal im Traum einfallen, dass es in zwanzig Jahren E-Zigaretten mit Liquids und rauchlose iQOS-Zigaretten geben wird.

In den Zukunftsvisionen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in keinem einzigen Werk Internet oder Smartphones. Lediglich düstere Siedlungen aus riesigen Wolkenkratzern mit dazwischen fliegenden Autos. Was für eine plumpe, einfallslose Vision! Fliegen war seit dem Erstflug der Gebrüder Wright der Inbegriff des technischen Fortschritts und der Zukunft. Und die immer wachsende Bevölkerung musste in in die Höhe schießenden Wolkenratzern untergebracht werden. Fliegende Mobilität und Hochhäuser füllen fast immer die urbane Kulisse der SF-Filme.

Ich persönlich bin kein großer Freund von abstrakt-futuristischen Zukunftsszenarien. Ich erkenne die Welt darin nicht wieder. Sie ist mir fremd, künstlich, nicht dynamisch, nicht lebendig. Kein Wahrsager der Welt, kein Nostradamus und kein Science-Fiction-Autor konnten die Zukunft nicht mal annähernd vorhersagen. Das wird auch keine Greta Thunberg oder einer der anderen Schulschwänzer tun können. Und das ist auch gut so.

Der offizielle Trailer