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Filmrezension: Murer – Anatomie eines Prozesses

Aus Newscontex

Filme über den Holocaust kann es nicht genug geben. Vor allem gute, ernste Filme, historisch exakt und ohne jegliches Pathos gibt es nicht viele. Die preisgekrönte österreichisch-luxemburgische Koproduktion mit Karl Fischer gehört zu diesen wenigen Filmen.

Murer – Anatomie eines Prozesses ist eine österreichische Mischung aus Grishams Gerichtstrillern mit einem Hauch von "Im Auftrag des Teufels". Den Machern gelang mit dem Film ein Meisterstück, das unter die Haut geht.

Das zentrale Thema des Films ist nicht der angeklagte Ghettoverwalter von Vilnius Franz Murer selbst, sondern die Wahrnehmung der NS-Verbrecher durch die Gesellschaft. Während die ehemaligen NS-Funktionäre sich gegenseitig decken, verschließt der Rest der Gesellschaft die Augen. Wie kann es sein, dass der gute Ehemann und Vater, geschätztes Vereinsmitglied und treuer Bürger zu so etwas imstande sein konnte, was ihm die Zeugen vorwerfen?

Echte schauspielerische Leistung zeigten die israelischen Schauspieler, die so authentisch von den schrecklichen Dingen berichteten, die den jüdischen Bewohnern des Ghettos von Wilna widerfahren ist. Für noch mehr Authentizität sorgt das von den Zeugen gesprochene wehmütig-poetische Jiddisch.

Der offizielle Trailer

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