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Tennisarm - Vorbeugung und Heilerfolge

Aus Newscontex

Wie man mit einfachen Mitteln einen Tennisarm wieder loswird.

Viele denken, dass ein Tennisarm eine Plage fürs halbe Leben ist, besonders in der zweiten Lebenshälfte. In Wirklichkeit ist die Erkrankung gut therapierbar. Alles, was man dafür braucht, ist Zeit und ein wenig Disziplin.

Die Lokalisation des Schmerzens bei Epicondylitis

Die Lokalisation des Schmerzens bei Epicondylitis
Bild: Χαράλαμπος Γκούβας (Harrygouvas)

Wie entsteht ein Tennisarm?

Ein Tennisarm oder Tennisellenbogen (Epicondylitis) entsteht bei einseitiger Belastung infolge gleich ablaufender, sich wiederholender Bewegung. Dabei werden die Sehnen im Bereich des Ellenbogens zu stark beansprucht. Es kommt zu Überbelastung der Sehne, zu einer Verletzung oder gar zum Riss der Sehnenansätze. Der Schmerz wird häufig nicht gleich, sondern am Tag darauf wahrgenommen. Dabei muss die Beanspruchung nicht unbedingt stark sein. Nur die Wenigsten holen sich diese orthopädische Erkrankung beim Tennisspielen. Entstehen kann der Tennisarm bei an sich leichten Tätigkeiten wie der Benutzung der Computermaus, beim Schreiben (besonders, wenn der Ellenbogen nicht richtig abgestützt ist), bei handwerklichen Tätigkeiten wie Polieren oder Ähnlichem. Meist tritt Tennisarm im mittleren Lebensalter zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf und betrifft häufiger Menschen mit schwacher Unterarmmuskulatur.

Symptome

Gemein der Verletzung ist ein mittlerer bis mittelstarker Druckschmerz an der Außenseite des Ellenbogens. In akuten Fällen strahlt der Schmerz in den Unterarm oder teilweise in den Oberarm bis zur Schulter aus. Man spürt einen stechenden Schmerz, wenn man etwas fest greift, z. B. beim Handschlag, oder wenn man den Arm vor dem Oberkörper hebt mit einem leichten Gewicht wie beispielsweise einer leeren Kaffeetasse. Beansprucht man dagegen den Bizeps, wenn man mit beiden Armen etwas hebt, macht sich der Schmerz im betroffenen Arm häufig gar nicht erst bemerkbar. An der Außenseite des Ellenbogens lässt sich der Schmerzpunkt permanent ertasten. Häufig schmerzt der Arm schon morgens nach dem Aufstehen, weil viele Menschen während des Schlafs den Arm anwinkeln und unter das Kopfkissen schieben. Das hat zur Folge, dass die gereizte Ansatzsehne selbst in der Nacht belastet wird.

Therapie

Die Erkrankung ist dafür bekannt, dass sie für die Ausheilung relativ lange Zeit benötigt. Am Anfang ist es sinnvoll, den Arm mit Ellenbogenbandage (amazon) ruhigzustellen und wenig zu belasten. Auch Kühlung mit Gelpacks kann sinnvoll sein. Bei starken, ziehenden Schmerzen kann eine schmerzstillende Salbe wie Ibuprofen oder Voltaren sinnvoll sein. Sollte jedoch nicht dazu dienen, den Arm über das nötige Maß zu belasten, solange das Analgetikum wirkt.

Wie lange diese Phase andauert, kann bei jedem individuell sein. Auch der Grad der Entzündung spielt eine entscheidende Rolle. Wenn man jedoch merkt, dass die akute Phase vorbei ist und man den Arm leicht belasten kann, sollte man es auch machen. Wichtig dabei ist der richtige Grad der Belastung und korrekte Dehnungsübungen. Als eine der effektivsten Maßnahmen für die Ausheilung des Tennisarms hat sich eine einfache Dehnungsübung erwiesen. Man streckt den betroffenen Arm vor dem Oberkörper in einem leichten Winkel nach unten, greift mit der gesunden Hand die Finger des ausgestreckten Arms und zieht den Arm leicht nach oben (siehe Bild). Häufig hört und spürt man im betroffenen Ellenbogen ein Knacken. Danach ist eine deutliche Erleichterung zu spüren. Diese Übung kann und sollte mehrmals am Tag wiederholt werden.

Dehnungsübung beim Tennisarm

Dehnungsübung beim Tennisarm

Wie lange der Heilungsprozess dauert, bis man vollständig schmerzfrei ist, hängt vom Grad der Entzündung und der Eigendisziplin ab, den Arm so wenig wie möglich und gleichzeitig so viel wie nötig zu belasten. Es kann mehrere Monate dauern, bis der Schmerz und die Taubheit komplett weg sind. Sechs Monate und länger sind keine Seltenheit. Durchschnittlich sind 80 Prozent der Betroffenen nach einem Jahr symptomfrei. Wichtig ist, dass man die Verletzung richtig auskuriert, bevor man den Arm im Alltag wieder belasten kann. Sonst läuft man die Gefahr, dass die Erkrankung chronisch wird.

Neben der oben beschriebenen Methode, den Arm anfangs ruhig zu stellen und später die entzündete Sehne langsam zu belasten, existiert noch eine Vielzahl an Therapien wie Magnetfeldtherapie, Elektrotherapie, Stoßwellentherapie, Ultraschall, Akupunktur und Akupressur. Viele dieser Therapien sind der sogenannten Alternativen Medizin zuzurechnen. Der Behandlungserfolg ist nicht wissenschaftlich belegt.

Vorbeugung

Die Ursachen für die Entstehung von Epicondylitis liegen zum einen in einer schwachen Unterarmmuskulatur und zum anderen in der Überbelastung infolge von falschen Bewegungsabläufen. Um der Entstehung eines Tennisarms vorzubeugen, sollte man am Aufbau und Kräftigung der Unterarmmuskulatur arbeiten und physische Belastung vermeiden, die das Entstehen von Tennisarm begünstigt.