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Zehn Zeichen, wenn mit der Ehe etwas nicht stimmt

Aus Newscontex

Verpassen Sie keine Anzeichen, wenn Ihre Beziehung gefährdet ist

Irgendwann mal lässt das Verliebtsein nach. Bei dem einen schneller, bei dem anderen dauert diese Phase länger an. Doch auch bei gut funktionierenden Partnerschaften ist die Intensität der Gefühle irgendwann mal vorbei. Nachlassende Gefühlsintensität muss nicht zwangsläufig Krise bedeuten. Doch falls die folgenden Anzeichen sich häufen, wäre es vielleicht doch ein Grund zur Sorge.

Dass der Mensch nicht monogam ist, ist in der Anthropologie längst eine Tatsache. Deswegen meinte Mutternatur mit der Ausschüttung von Endorphinen und Sexualhormonen, die das Verliebtsein ausmachen, es mit unserer Spezies gut: sich möglichst viel paaren, das Weibchen schwängern, solange man sich noch ehrlich gern hat, sich gemeinsam um den Nachwuchs sorgen und sobald es einigermaßen auf eigenen Beinen stehen kann, von dannen ziehen. Das Überleben der Gene ist gesichert - Auftrag erfüllt.

So tickt die Natur. Doch irgendwann mal hat sich die organisierte Spezies Homo sapiens Regeln ausgedacht. Regeln und Riten, sich nur einem Partner zu verschreiben. Gemeinsam leben, gemeinsam möglichst viel Nachwuchs zeugen, es aufziehen und gemeinsam leiden. Bis in den Tod. Inwieweit die praktizierte Zweisamkeit wichtig für das Überleben der Gruppe war, soll nicht Gegenstand dieses Artikels werden. Wir wollen nur Anzeichen erörtern, die diese Zweisamkeit gefährden.

#1: Kein Löffelchen im Bett

Jeder liegt auf seiner Seite

Die Körpersprache ist ein wichtiges Signal und sie lügt nie. Bevor böse Worte fallen, bevor ein Streit vom Zaun bricht, sendet unser Körper Signale, die man deuten kann. Der Verlust des Verlangens nach Zärtlichkeit mit dem Partner kann als Zeichen der beginnenden Abneigung gewertet werden. Natürlich gibt es Menschen, die einfach viel lieber auf ihrer eigenen Bettseite schlafen. Wo da aber die Ursache und wo die Wirkung ist, lässt sich oft nicht eindeutig zuordnen. Im Alter manifestiert sich die beginnende räumliche Distanz im Bett in zwei Betten in zwei unterschiedlichen Schlafzimmern.

#2: Nachlassen der Rituale

Rituale sind wie das Salz in der Suppe. Das gemeinsame ausgiebige Frühstück am Sonntag, der Kinoabend am Samstagabend, ein Spaziergang im Wald oder romantischer Sex am Sonntagnachmittag. Rituale können so unterschiedlich wie Menschen sein. Sie machen das Leben und Zusammenleben nicht etwa eintönig wie im "Und täglich grüßt das Murmeltier"(amazon), sondern hauchen dem Leben und der Beziehung eine gesunde Farbe ein, verleihen dem Bündnis die nötige Stabilität, machen unser Leben lebenswert. Wenn die Bedeutung der Rituale abnimmt, wenn die Wiederholung als Last und nicht als Bereicherung wahrgenommen wird, wenn die Rituale gänzlich ausbleiben, kann es als Zeichen der Unzufriedenheit und kränkelnder Beziehung gedeutet werden.

#3: Kein Gebrauch der Kosenamen

Kosenamen sind wichtig. Bei der Mehrheit der Deutschen entwickelt sich „Schatz“ gleich am Anfang der Beziehung zum beliebtesten Rufnamen. Das ist ein sehr bedeutungsvolles Wort, denn es drückt den unermesslichen Wert aus, den man für seinen Partner empfindet. Die Art der Anrede sendet ein psychologisches Signal aus, wie man zu seinem Partner steht. Es macht schon einen Unterschied, ob man seinen Partner liebevoll mit Kosenamen anspricht, neutral mit Vornamen oder absolut jede Form der Anrede meidet, denn allein schon den Vornamen des Partners auszusprechen ist in vielen zerrütteten Beziehungen ein Ding der Unmöglichkeit.

#4: Meiden des Augenkontakts

Augen sind das Tor zur Seele. Man spricht von einem leeren Blick, klugen Augen, einem glasigen, verträumten, offenen oder hasserfüllten Blick. Die Mimik in den Augen und der umliegenden Muskulatur sagt eine Menge über unseren Gemütszustand aus. Es ist nahezu unmöglich, dies vor Fremden zu verbergen. Wenn es einem doch gelingt, spricht man in diesem Fall von Pokerface. Den meisten Menschen gelingt es jedoch nicht, ihre Gefühle zu verbergen. Deswegen wenden wir dem Blick ab, wenn wir lügen, wenn wir beschämt sind und wenn wir nicht mehr lieben.

#5: Gemeinsame Freu(n)de

Wichtig für eine Beziehung ist, einen gemeinsamen Freundesstamm zu entwickeln, an dem beide die gleiche Freude haben. Wenn die Beziehung aus einem vorher dagewesenen Freundeskreis hervorging, bleiben Freunde oft erhalten und stellen weiterhin gute Basis für das Paar, aus der sie Kraft und Energie schöpfen können. Bei Internetbekanntschaften, insbesondere wenn man seinen Wohnsitz wechselt, sieht es oft anders aus. Dann ist der Partner gezwungen, sich gleichgesinnte Freunde aus dem Freundeskreis jenes Partners zu finden, zu dem man zog. Einfach ist es nicht, weshalb das eines der Gründe für das Scheitern von Internetbeziehungen ist.

Wenn die Aktivität mit gemeinsamen Freunden seltener wird, könnte es bedeuten, dass man nicht glücklich in seiner Haut ist. Wenn man ehe keine gemeinsamen Freunde hatte, hatte man in diesem Punkt ohnehin einen wunden Punkt in der Beziehung.

#6: Gemeinsamkeiten nehmen ab

Gegensätze ziehen sich nur in der Physik an. In den zwischenmenschlichen Beziehungen gesellt sich eher gleich und gleich. Gegensätze können in der Phase des Verliebtseins interessant und aufregend sein. Eine langfristige Beziehung baut aber auf Gemeinsamkeiten auf. Je mehr davon, desto besser. Gemeinsamkeiten erscheinen uns vertraut. Sie binden und verbinden.

Einige dieser Gemeinsamkeiten brachten wir in die Beziehung mit, andere wiederum entwickelten wir mit dem Partner zusammen. Und um die letzteren geht es auch. Wenn der Partner lieb gewonnenen Interessen plötzlich ablegt, kann es bedeuten, dass er oder sie in der Beziehung nicht mehr kooperieren will. Auf Deutsch gesagt, die Schnauze voll hat. Denn vieles machte man dem Partner zuliebe.

Auch die gemeinsam verbrachten Abende sind wichtig. Sei es vor dem Fernseher auf der Couch oder im Wintergarten mit Buch und einem Glas Rotwein. Verbringt der eine Partner den Abend allein vor der Glotze, während der andere in der Hobbywerkstatt hockt oder vor dem PC sitzt, kann dies schnell zur Kommunikationsverlust und Entfremdung führen.

#7: Degradieren der Kommunikation

Die zwischenmenschliche Kommunikation hat den Menschen erst zum Menschen gemacht. Wenn die verbale Kommunikation nicht mehr funktioniert, kann sie nahezu zum völligen Erliegen kommen. Eisige Stille, sich stundenlang oder tagelang anschweigen, kann psychisch sehr belastend sein. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein. Einige Paare sind für kommunikationslosen, nonverbalen Streit prädestiniert. Meistens, wenn es mindestens um einen introvertierten Menschen handelt. Während ein Partner bei kleinster Auseinandersetzung eine psychische Blockade aufbaut, unterwirft sich der andere diesen "Regeln" und wartet, bis die Gefühlseiszeit zu Ende geht. In ohnehin kommunikationsarmen Partnerschaften verkommt so ein psychisches Gefühlsspiel zum Dauerzustand. Die Probleme häufen sich dadurch umso mehr an, weil man keine Möglichkeit hat, sich auszusprechen. Am Ende kommt fast immer ein impulsiver, sehr heftiger, und vor allem ein unkonstruktiver Streitausbruch. Ein Beziehungskiller, wie er im Buche steht.

#8: Der Klassiker - Streit

Schweigsames Paar nach einem Streit

Schweigsames Paar nach einem Streit

Ein Streit ist ein verbales Wortgefecht, der bei allen unterschiedlich ablaufen kann. Es gibt konstruktive Streitgespräche, die am Ende zum Kompromiss und gegenseitigem Einlenken führen. Es gibt verbal sehr aggressive Formen des Streits, bei dem sprichwörtlich die Fetzen fliegen. Wenn Personen zu Unrecht beschuldigt, beleidigt oder gar geschlagen werden, hinterlässt es tiefe psychische Wunden, die womöglich nie ausheilen. Es ist normal, Meinungsunterschiede zu haben. Und so süß und romantisch, wenn eine rassige Italienerin Geschirr mit kokettiertem "Idiota" an die Wand schmeißt und der Mann in einem schicken Sakko fünf Minuten später mit einem entwaffnenden Lächeln und einem riesigen Blumenstrauß vor ihrer Haustür steht, geht es im wirklichen Leben nicht zu. Streit ist immer belastend. Man sollte es lernen, einen Streit so auszufechten, dass er keine verletzende Brandmarke auf der Seele des Partners hinterlässt. Denn wie in einem indianischen Sprichwort heißt: "Das gesprochene Wort kommt wie der abgeschossene Pfeil nicht zurück."

#9: Das Ausbleiben von Sex

Die schönste Nebensache der Welt ist in einer Beziehung ein wichtiger Indikator für Ihre Gesundheit. Natürlich nimmt die Häufigkeit von Sex mit dem Fortschreiten einer Beziehung ab. Die Qualität muss es aber nicht unbedingt. Wenn der Wunsch, mit dem Partner zu schlafen, ausbleibt, wenn die Berührungen unangenehm werden, wenn die Selbstbefriedigung mehr Spaß macht, dann stimmt mit der Gefühlswelt irgendetwas nicht. Generell werden beim Sex Glückshormone ausgeschüttet, was uns ein Gefühl der Zufriedenheit verschafft. Bleibt der Sex aus oder auch, wenn Vorstellungen und Phantasien nicht befriedigt werden, häufen sich Frustrationen, die sich womöglich in Gedanken ans Fremdgehen ausarten. Bekommt der Partner nach seinem Ermessen zu wenig Intimität, fühlt er sich nicht begehrt, nicht geliebt.

Im Alltag kommt es häufig vor, dass der Wunsch nach Intimität nicht gleichzeitig von beiden kommt. Es vermittelt dem Partner ein gutes Gefühl, wenn man ihm eine kleine "Gefälligkeit" erweist. Der Sex muss nicht zwanghaft im beidseitigen "Happy End" abschließen. Kleine Gefälligkeiten, wie man sie aus dem Alltag kennt, kosten nicht viel, vermitteln dem Partner aber ein gutes Gefühl. Denn permanentes Blocken, wenn der Partner in "Kuschelstimmung" ist, kann frustrieren und kränken.

Schlussendlich ist der Indikator für einen schlechten Sex aufgrund der nachlassenden Liebe nicht die Häufigkeit, sondern eine fehlende Leidenschaft. Viele Menschen trennen sich nicht wegen seltenem Sex, sondern wegen Lustlosigkeit des Partners.

#10: Flucht in die Arbeit

Berufstätige haben den "Vorteil", im Büro von Beziehungsproblemen Flucht zu suchen. Zu einem gewissen Grad ist es gesund. Eine kurze zeitliche und räumliche Trennung bringt Balance in die Beziehung ein. Wenn der Partner immer häufiger und immer länger fernbleibt, ist es häufig ein Zeichen, dass er nach jeder Möglichkeit sucht, mit seinem Partner daheim so wenig wie möglich Zeit zu verbringen. Auf dieser Grundlage kann sich bei dem vernachlässigten Partner Eifersucht einstellen. Häufig kann sie in diesem Fall sogar berechtigt sein.

Schlusswort

Durch alle Phasen der Entfremdung zieht sich eine emotionale Gefühlskälte. Es wird selten gelächelt und gelacht. Die Stimme im Gespräch klingt nicht weich und ruhig, sondern trocken, emotionslos und streng. Werden überhaupt noch Zärtlichkeiten ausgetauscht oder einfach nur Zusammengehörigkeit vermittelt, wenn man mit anderen Menschen unterwegs ist? In einer von emotionaler Kälte begleiteter Beziehung werden auch gemeinsame Fotos seltener. Und wenn doch, sollte man auf die Körperhaltung des Paares auf den Fotos achten. Schmiegt sich die Frau an den Mann noch an, umarmen sich die Partner, stimmt die Trajektorie der beiden Körper überein oder zeigt sie in verschiedene Richtungen. Körpersprache stellt sich meist unwillkürlich und unbewusst ein, spricht aber Bände.

Wenn mehrere dieser Punkte gleichzeitig auftreten, sprechen sie für eine sehr unharmonische Partnerschaft. Die Entscheidung, was beide Partner daraus machen, liegt nur bei ihnen. Wieviel Sinn bleibt einer Beziehung, wenn aus einst dagewesener Liebe nur Angst vom Alleinsein, der Verlust der materiellen Werte und der Kinder übrig bleiben?